Feministischer Lektürekurs zu einer historisch-materialistischen Staats- und Rassismustheorie.

Gayatri Chakravorty Spivak: Can the Subaltern Speak?

Antonio Gramsci: Die Frage des Südens.

Karl Marx: Der achtzehnte Brumaire des Luis Bonaparte.

Viel zitiert, selten gelesen: das trifft auf alle drei Aufsätze zu. Gemein ist ihnen, aus der besonderen Analyse räumlich und zeitlich begrenzter Phänomene allgemeine, aber situierte Wahrheiten abzuleiten.

Wir sind auf der Suche nach einer Theorie, die einen Begriff von Rassismus entwickelt, der unser Unbehagen über das tägliche, im Namen der „Rasse“ begangenen Leid artikuliert. Neoliberale Governmentalität trennt strukturell die von Rassismus Betroffenen von den Linien der Solidarität. Wer letztere nicht aufgeben möchte, ist ohnmächtig zwischen dem objektiven rassifizierten Leid und der Unmöglichkeit, sich dagegen aufzulehnen. Es ist naheliegend, dass die heutige Ökonomie in ihren Krisendynamiken wieder vermehrt auf die Trennung in weiße arbeitende und schwarze überflüssige Subjekte angewiesen ist – und damit den willkürlichen Tod der Überflüssigen hervorruft.

Spekulativ vermuten wir in der Verbindung der drei Texte eine theoretisch befriedigende Synthese von politischer Ökonomie, einem analytischen Blick auf Rassismus und  vergeschlechtlichten Machtverhältnisse.

Wir richten uns bei diesem Tutorium nicht an auf Postkolonialismus spezialisierte, Marxismus-Dogmatiker oder ausgebildete Operaistinnen, sondern möchten gegenseitig voneinander lernen und gemeinsam diskutieren.

 

Kontakt: Judith, Matthias, Gian – judithsk@gmx.de
Erstes Treffen: Dienstag, 25.04.17 um 18 Uhr im Woanders (Fachschaftencafé), PEG 1G.207