Stellungnahme der Fachschaft Gesellschaftswissenschaften zur Überfüllung der Bibliotheken und zur Forderung einer Zugangskontrolle

Da wir als Fachschaft aufgrund der ständigen Überfüllung der PEG-Bibliothek angefragt worden sind, ob wir uns für eine Zugangsbeschränkung, wie sie bereits in der Rechts- und Wirtschaftsbibliothek während den Prüfungszeiten existiert, einsetzen würden, nehmen wir hierzu folgende Position ein:

Die Situation ist derzeit katastrophal. In der Bibliothek Sozialwissenschaften und Psychologie im PEG Gebäude sind derzeit alle Plätze massiv überbelegt. Dies führt zum einen dazu, dass viele Studierende trotz langer Suche keinen Ort zum Lesen, Schreiben und
Lernen finden und zum anderen die Konzentration in einer übervollen Bibliothek ständig unterbrochen wird. Weiterhin sind die Gruppenarbeitsräume und Einzelarbeitsplätze ebenfalls dauerhaft belegt und auf lange Zeit vorreserviert. Ein bereits eingeführtes „Parkscheiben-System“, welches kurzeitig verlassene Plätze nur ein paar Stunden weiter freihält, löst das Problem nicht und wird weitgehend nicht angenommen.
Während der Prüfungszeit wurde in der Rechts- und Wirtschaftsbibliothek auf Initiative der Fachschaften WiWi und Jura seit einigen Semestern bereits eine Zugangsbeschränkung wegen der Überfüllung eingeführt. Dort können seitdem nur Menschen in Besitz einer Goethe-Card die Bibliothek nach der Kontrolle durch einen Sicherheitsbediensteten betreten. Dies wurde argumentativ damit begründet, dass Schüler*innen, welche dort auch gerne für ihr Abitur gelernt haben, den Studierenden so keine Plätze wegnähmen und die Situation entzerrt werden würde.

Wir, die Fachschaft Gesellschaftswissenschaften, sprechen uns explizit g e g e n eine solche Zulassungsbeschränkung für die Bibliothek Sozialwissenschaften und Psychologie mit nachfolgenden Begründungen aus und werden uns in keiner Weise dafür einsetzen sondern genau gegenteilig agieren.
Erstens sind die Universitätsbibliotheken öffentliche Bibliotheken und die Literatur sollte für alle Intressent*innen zugänglich sein. Der Gesellschaft das Wissen über sich selbst zu verwehren, dieses mit Sicherheitspersonal zu bewachen und sei es auch nur zeitweise, halten
wir für fatal, undemokratisch und elitär. Daher verurteilen wir jede Beschränkung auf das schärfste.
Zweitens besteht der größte Andrang an Personen von ausserhalb des PEG nicht etwa aus Schüler*innen, sondern aus denjenigen, die bereits eine Goethe-Karte haben, nämlich Studierende der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Denn trotz Zugangskontrollen ist deren Bibliothek weiterhin zu klein. Ebenso gehen viele Medizinstudierende auf den IG Farben Campus in die Bibliotheken, da auf ihrem Campus in Niederrad diese Infrastruktur zum Lernen (wie auch eine Mensa des Studentenwerkes) ganz fehlt. Dies führt dazu, dass das inneruniversitäre Problem sich zurzeit mehr und mehr auf das Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften verlagert, da die PEG Studierenden nun dorthin abwandern.

Drittens wird keine Form von Gleichberechtigung hergestellt, wenn es bestimmten Personengruppen nicht mehr erlaubt ist, generell oder spezifische Bibliotheken zu betreten. Egal ob RuW-, PEG Student*in oder Schüler*in, jede*r braucht nunmal einen Platz zum lernen und Erarbeiten von Lehrstoffen.

Das Problem der Bibliotheksüberfüllung ist ein strukturelles und spiegelt den Raummangel auf dem IG Farben Campus, wie auch die finanzielle Situation des Bildungssystem wieder. Daher fordern wir:

  • Schaffung von mehr als ausreichender Kapazität an entsprechend ausgestatteten Lernplätzen für Studierende wie auch für Schüler*innen. Hierbei seien Universität, Stadt und Land gleichermaßen angesprochen.

  • Öffnung von derzeit für die Mehrheit noch verschlossenen Kapazitäten wie Teeküchen im PEG, im House of Finance, im Gebäude Normative Ordnungen oder im PA-Gebäude.

  • Umbau der unbequemen und sinnfreien Sitzgelegenheiten auf den Fluren zu Gruppenarbeitsplätzen, wie es z.B. auf dem Campus Bockenheim der Fall war.

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