Stellungnahme zur Überfüllung der Lehrveranstaltungen im SoSe

Wir als die Vertreter*innen der Fachschaft 03 müssen auf die weiterhin problematischen Studienbedingungen an unserem Fachbereich aufmerksam machen:
Auch dieses Semester sind etliche Seminare überfüllt. So haben sich in einem einzigen Seminar (Einführung der Sozialpsychologie als kritische Gesellschaftswissenschaft) knapp 600 Studierende eingeschrieben. Dies ist kein Einzelfall, sondern vielmehr ein strukturelles Problem! Durch diese Überfüllung fehlt der nötige Raum zur Diskussion. Eine angenehme Atmosphäre in den Seminaren und eine freie Auswahl dieser nach eigenen Interessen sind ein wichtiger Teil des Studiums, um sich eigene inhaltliche Positionen zu erarbeiten und sich mit diesen kritisch auseinanderzusetzen. Ein weiteres Problem ist die willkürliche Vergabe von Seminarplätzen, durch die ein Konkurrenzverhältnis zwischen den Studierenden aufgebaut wird und die bereits am Anfang des Semesters ein positives Klima in den Seminaren hemmt.

Besonders eindeutig zeigt sich die Problematik bei Seminaren zur Kritischen Theorie und der Sozialpsychologie. Trotz der konstant hohen Nachfrage der Studierenden, welche oftmals gerade deswegen nach Frankfurt gekommen sind, wird der Fokus systematisch weiter davon wegbewegt. Die Situation wird sich im kommenden Wintersemester noch verschlechtern, da in der Sozialpsychologie mehrere Lehrende keine Veranstaltungen anbieten werden können. Es scheint jedoch keine Bemühungen von Seiten des Fachbereiches zu geben diese prekäre Situation zu verändern. Ebenso ist eine weitere Marginalisierung der Autonomen Tutorien, in denen meistens Kritische Theorie und sozialpsychologische Themen behandelt werden, in diesem Kontext nicht hinzunehmen.

Des Weiteren sind wir als Fachschaft der Meinung, dass die Verteilung der Seminarräume verbessert werden soll. So musste ein Seminar (Gesellschaftstheoretische Grundlagetexte: Marx und Adorno) in das Foyer im PEG ausweichen, da mehr als 200 Studierende in einem Raum zusammen kamen, welcher für gerade einmal 30 Menschen ausgelegt ist. Diese Situation hätte eindeutig früher erkannt werden können, da ähnliche Seminare in der Vergangenheit ebenso großen Andrang gefunden haben.

Wir als Fachschaft 03 fordern deshalb:

– Mehr Aufmerksamkeit und einen stärkeren Fokus auf die Lehre von professoraler Seite!

– Ein größeres Angebot in den Bereichen Kritische Theorie und Sozialpsychologie!

– Eine stärkere Verankerung der Kritischen Theorie und der Sozialpsychologie durch entsprechende Veränderungen in der Personalstruktur; bei Neuberufungen soll auf eine entsprechende inhaltliche Ausrichtung geachtet werden!

– Eine bessere Organisation bei der Verteilung der Seminarräume!

Weiterhin fordern wir, dass sich das Dekanat zu den vorgetragenen Problemen positioniert!

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