Stellungnahme zu den Propädeutika im Wintersemester 2014/15

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Professor*innen,

in den letzten Semestern gab es viele gemeinsame Anstrengungen zur weiteren praktischen und konzeptionellen Verbesserung der Propädeutika seitens der Professor*innen und der Fachschaft. In dieser Zeit hat sich die Gestaltung der Propädeutika strukturell bedeutend entwickelt. In einigen Punkten ist die Aus- und Durchführung der Propädeutika am Fachbereich 03 unserer Meinung nach verbesserungsfähig:

1. Eine Beschränkung der Exposéthemen auf empirisch-analytische Fragestellungen wird der Pluralität, der am Fachbereich vertretenen Forschungsansätze nicht gerecht. Die Frankfurter Sozialwissenschaften bilden ein breites Themen- und Methodenspektrum ab. Eine derartige Beschränkung der Exposéthemenwahl bereitet die Studierenden nur mangelhaft auf diese disziplinäre Pluralität vor.
Da es unter anderem Ziel eines sozialwissenschaftlichen Studiums ist sich in spezifische Themenfelder einzuarbeiten, bedeutet diese thematische Einschränkung zu Beginn des Studiums eine künstliche Eingrenzung der Perspektiven. Auf Grund der zentralen Stellung der Propädeutika bei der Einführung in wissenschaftliches Arbeiten, ist eine grundlegende Weichenstellung durch die thematische Engführung der Exposébearbeitung kaum zu negieren. Diese wirkt sich auch auf die zukünftigen fachlichen Entwicklungsmöglichkeiten aus.
Wir befürworten natürlich eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten im Rahmen der Propädeutika. Darunter verstehen wir jedoch in erster Linie das Erlernen der praktischen Anwendung von Zitationsregeln, Literaturrecherche und die Erstellung eines Literaturverzeichnis. Ob dies jedoch in einem empirisch-analytischen oder theoretischen Exposé erfolgt, ist für diese Zielsetzung der Propädeutika nicht relevant.

2. Seit Beginn des Evaluierungs- und Verbesserungsprozesses der Propädeutika im SoSe 2013 betont die Fachschaft nachdrücklich die Wichtigkeit eines Mehrfachangebots an Propädeutika. Dies bietet den Vorteil einer größeren Terminauswahl für die Studierenden, womit die Studiensituation erleichtert würde. Ein Mehrfachangebot ist unserer Meinung nach zielführend, da vielen Studierenden eine Wahlmöglichkeit geboten wird. Besonders ermöglicht dies Studierenden, die für die Finanzierung ihres Studiums selbst aufkommen müssen, Studium und Nebenjob besser zu vereinen. Des Weiteren würde durch ein Mehrfachangebot die Betreuungsqualität steigen, da in kleineren Vorlesungen intensiver auf die Studierenden eingegangen werden kann. Hinzukommt die faktische Entlastung der Professor*innen und vor allem der Sekretariate und Tutor*innen.

3. Ebenfalls wurde der aktiven Fachschaft seitens Teilnehmer*innen des Propädeutikums im Wintersemester 14/15 zugetragen, dass die Arbeitsbelastung bei parallelem Studium der beiden Propädeutika in Politikwissenschaften und Soziologie im ersten Semester zu hoch sei.

4. Darüber hinaus wurde die zu strenge Benotung der Exposés trotz der Abgabemöglichkeit einer ersten und einer zweiten Version des Exposés, von einigen Studierenden kritisiert. So konnte etwa ein bis auf die Formalia dem Bewertungsbogen voll entsprechendes Exposé allein durch Formalia-Fehler um einige Noten abfallen und sehr schnell eine 5,0 erhalten – trotz sonstiger Kriterienerfüllung. Die Fachschaft denkt, dass dies nicht zur Lernmotivation der Studierenden beiträgt, sondern vielmehr zu Frustration.

Mit freundlichen Grüßen

Fachschaft 03

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