Anarchistische Theorie und Kritik: „Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat“

Der Anarchismus ist vielleicht für den Marxismus eine Züchtigung, wie Lenin behauptet hat; aber dieses Urteil muss heute differenziert werden, der Anarchismus ist auch eine Lektion und als solche immer mehr anerkannt.“ (KWM 1984: 58 zit. n. Kellermann 2011: 120)

Dass der Anarchismus auch eine Lektion für den Marxismus sein kann, ist im deutschsprachigen Raum leider weniger anerkannt als anderswo. Doch gerade die radikale Staatskritik, welche von Anarchist*innen bereits in der Ersten Internationale formuliert wurde, schien „die Gefährlichkeit des Staatsapparates schärfer gesehen“ (Ernst Bloch 1970: 320) zu haben und scheint spätestens nach den Erfahrungen des Stalinismus unentbehrlich für eine emanzipierte Gesellschaft.
Im Rahmen des Tutoriums soll deshalb der Versuch unternommen werden, verschiedene klassische Texte des Anarchismus zu lesen und zu diskutieren, um sich gemeinsam ein Verständnis dessen zu erarbeiten, was anarchistische Theorie sein kann. Anhand von klassischen Autor*innen wäre zunächst die Frage an die Texte zu stellen, was den Anarchismus auszeichnet und wo in seiner Idee Probleme und Verkürzungen stecken, um dann Anschlussmöglichkeiten auszuloten. Fokussiert werden soll dabei unter anderem besonders auf die Fragestellung, welche Rolle der Anarchismus auch für die aktuellen sozialen Kämpfe spielen könnte. An dieser Stelle sollen auch aktuellere anarchistische Positionen zur Diskussion stehen.

Kontakt: Markus, m.hennig(at)openmailbox.org
Erstes Treffen: Dienstag, 20.10.15, 18 Uhr im Café Aufhebung (Fachschaftenraum, PEG 1.207)