Arbeit und Sprache

Sprache ist ein für Gesellschaft grundlegendes Phänomen, die Annahme eines dialektischen Verhältnisses zwischen beiden legitim. Gleichzeitig erscheint Sie dem Alltagsbewusstsein als Werkzeugkoffer, aus dem man beliebige kommunikative Mittel herausnehmen, beliebig kombinieren und verwenden kann. Dass im Gegenteil Sprache nicht „neutral“, sondern vielmehr Wahrnehmung, Denken und Wirklichkeit konstituierend und strukturierend ist, darauf haben Philosophen wie Michel Foucault (Episteme und Dispositive), Gilles Deleuze und Félix Guattari (Rhizome und Plateaus) und andere bereits hingewiesen.
Die Arbeiten des italienischen Semiotikers und Philosophen Ferruccio Rossi-Landi teilen mit Foucault und Deleuze/Guattari den Bezug auf Organisationsweisen von Zeichen und Zeichensystemen, gelangen zu ihren Schlussfolgerungen aber auf anderem Wege. Zentral für sein Denken ist die konstatierte Homologie materieller und sprachlicher Produktion, deren Entwicklung dem Spannungsfeld sprachphilosophischer und semiotischer Ansätze einerseits und der Marx’schen Arbeitswerttheorie andererseits entspringt.
Ziel des Tutoriums ist es, auf der Grundlage einiger Passagen des Marx’schen Kapitals zu einem Verständnis seines Denkens zu gelangen. Student*innen aller Fachbereiche und Semester sind gleichermaßen willkommen, eine regelmäßige Teilnahme und die aufmerksame Lektüre der Texte werden nahegelegt.

Literatur (Auswahl):
Karl Marx – Kapital Band 1
Karl Marx – Grundrisse zur Kritik der politischen Ökonomie
Ferruccio Rossi-Landi – Sprache als Arbeit und als Markt
Ferruccio Rossi-Landi – Linguistics and Economics

Kontakt: Olivier und Marc, o.rojon(at)gmx.de
Termin: Montags, 18-20 Uhr im Café Aufhebung (Fachschaftenraum, PEG 1.207)
(Erstes Treffen: 18.04.16 TuCa)