Le travail répulsif? – Zum Verhältnis von Lohnarbeit und Reproduktion in der feministischen Theorie

Das Spannungsverhältnis zwischen marktvermittelter Lohn-, und scheinbar lediglich reproduktiver Hausarbeit, ist eine Thematik, mit der sich feministische Theorie seit langer Zeit auseinandersetzt. Gleichwohl hat sich die gesellschaftliche Ver- und Zuteilung reproduktiver Tätigkeiten nicht grundlegend verändert, die private Sphäre, in der die mehrwertproduzierende Arbeitskraft des Arbeiters/der Arbeiterin wiederhergestellt wird, bleibt weitestgehend eine mit Weiblichkeit assoziierte. Es kann, mit Regina Becker-Schmidt, weiterhin von einer doppelten Vergesellschaftung von Frauen* gesprochen werden, die sowohl im Bereich der Reproduktion, als auch in jenem der Lohnarbeit ihre Arbeitskraft verausgaben und somit einer enormen doppelten Belastung und Ausbeutung ausgeliefert sind.

Die radikalen Ansätze eines materialistisch-marxistisch geprägten Feminismus, die weniger die paritätische Besetzung von Aufsichtsräten, als vielmehr die Abschaffung einer Gesellschaft, die Aufsichtsräte benötigt zum Ziel haben, sollen in unserem Autonomen Tutorium einer Betrachtung unterzogen werden. Wir wollen uns zunächst gemeinsam eine theoretische Grundlage und einen groben Überblick über die unterschiedlichen Zugänge zum Gegenstand erarbeiten, um uns danach mit den praktisch-politischen Antworten der feministischen Bewegung, wie zum Beispiel der Kampagne Lohn für Hausarbeit zu befassen.