Das Reden über Habermas

Das allgemeine ‚Habermas-Bashing‘ erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit. An Materialismus und der sogenannten älteren Kritischen Theorie orientierte Kritiker*innen werfen ihm regelmäßig vor, die Grundannahmen der KT hinter sich zu lassen und so der von Adorno und Horkheimer begründeten Theorie ihren „kritischen Stachel zu ziehen“. Auch im universitären Kontext kennt man die verbreitete Abneigung gegen Habermas nur all zu gut, während auf der anderen Seite ganze Debatten auf der Basis seiner Theorie geführt werden. Oftmals beruht die an Habermas geübte Kritik auf nur rudimentären Kenntnisse seiner Texte: Nur in den seltensten Fällen wird der Bruch mit der KT inhaltlich nachvollzogen. So weicht die inhaltlich wichtige Auseinandersetzung mit Habermas all zu oft der oberflächlichen Ablehnung seiner Theorie, die nicht mehr an einer kritischen Lektüre seiner Texte interessiert ist. Das ist insofern unverständlich, als dass Habermas‘ Abkehr von den materialistischen Grundannahmen der KT durchaus als der Beginn eines sich kritisch gebenden, den historischen Materialismus für obsolet haltenden, ‚linguistic turn‘ innerhalb der Sozialwissenschaften gesehen werden kann. Eine gegenwärtige Kritische Theorie muss deshalb eben diese Entwicklungen kritisch mit reflektieren. In dem autonomen Tutorium wollen wir daher nachvollziehen, an welchen Stellen und theorieimmanenten Ansätzen Habermas seine Kritik entfaltet und warum eine Theorie des kommunikativen Handelns aus seiner Perspektive notwendig ist. Weiterhin soll mithilfe von Beiträgen dritter gefragt werden, wie eine gegenwärtige Kritische Theorie die Theorie von Habermas reflektieren und kritisieren kann.
Vorkenntnisse der Theorie und Ansätze von Habermas sind nicht notwendig.

Kontakt: Armin und Julian, Armin.bernsee(at)googlemail.com
Erstes Treffen: Dienstag, 20.10- 15, 16 Uhr im Café Aufhebung (Fachschaftenraum, PEG 1.207)