Männerphantasien und Massenpsychologie.

Klaus Theweleits Studie „Männerphantasien“ verbindet NS-Täterforschung und die Analyse der männlichen Subjektkonstitution im Anschluss an Psychoanalyse und Kritische Theorie. Nach anfänglicher großer Aufmerksamkeit in Folge der Veröffentlichung 1977 spielt die Arbeit in den Sozialwissenschaften heute kaum noch eine Rolle. Vor allem in der kritischen Männlichkeitsforschung sowie in psychoanalytisch orientierten ideologiekritischen Ansätzen ist Theweleits Arbeit jedoch ein wichtiger Bezugspunkt um die Entstehung männlicher Gewalt nicht nur im Faschismus zu erklären. Dieses Potential zu nutzen stellt ein wichtiges feministisches Anliegen dar, wird jedoch durch die abschreckende Länge von über 1000 Seiten und der teils assoziativen, sehr komplexen Argumentationsweise erschwert.

Im Tutorium soll versucht werden anhand der massenpsychologischen Quellen Theweleits (z.B. Freud, Reich, Kracauer) und aktueller Sekundärliteratur zum Werk hinzuführen. Im weiteren Verlauf kann der Fokus auf schillernde Begriffe wie „rote Flut“ oder „weißer Terror“ oder auf Themen wie Geschlechterverhältnis oder Homosexualität gerichtet werden. Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Kontakt: Leon – leonxszymanski@gmail.com
Termin: Donnerstags, 18-20 Uhr im Random White House (Erstes Treffen: 27.04.17)