Musik und Mythos: Einführung in die Musiksoziologie

Die Musik als Gegenstand der soziologischen Analyse bietet zahlreiche Möglichkeiten, das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft zu beleuchten. Meine persönliche Idee wäre, sich zuerst einer phänomenologischen Charakteristik von Musik zu widmen, um davon ausgehend zu fragen, welche symbolischen Formen sie verwendet (und insofern auch Gegenstand einer Sprachsoziologie im weitesten Sinne ist), welche gesellschaftlichen Funktionen sie erfüllt (also eine Betrachtung des Verhältnisses von Kunstsphäre und Gesellschaft) und welche Aufschlüsse sich über eine Gesellschaft durch die Auseinandersetzung mit ihrer Musik ergeben können. Die Grenzen zwischen den Disziplinen Musiksoziologie, Musikphilosophie, Musikästhetik und Musikpsychologie wollen wir dabei nicht allzu ernst nehmen und uns unvoreingenommen und je nach Interesse dem Gegenstand widmen.
Meine persönliche Leitfrage wäre dabei das Verhältnis zwischen Musik und Mythos: Claude Lévi-Strauss etwa behauptet deren strukturelle Verwandtschaft und Georg Picht versteht die primären Erfahrungsbereiche von Mythos und Musik als identisch. Wenn das zutrifft, dann muss das Studium der Musik einer Gesellschaft auch zu Annahmen über die Aktualität mythischen Denkens in ihr führen können.
Das Tutorium soll aber für vielfältige Anregungen und auch gänzlich andere Fragen der Teilnehmenden offen sein und eine Grundlage schaffen für die weitere Vertiefung in die Musik als soziologischen Gegenstand. In der ersten Sitzung soll deshalb gemeinsam ein Plan und die dazugehörige Literatur sowie ein wöchentlicher Termin erarbeitet werden.

Kontakt: Niklas, atmusiksoz(at)nurfuerspam.de
Erstes Treffen: Montag, 20.04.15, 16 Uhr c.t. im Café Aufhebung (Fachschaftenraum, PEG 1.207)

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