Rassismus Contra Geben – der Bildungstag von der Fachschaft 03 und dem Forum Humangeographie

Flyer_Antira_2_hoch_Plakat

Wann? 17.6.17 10:00 – 18:00

Wo? Campus Westend, 1.OG des PEG-Gebäudes

Alle Angebote an diesem Tag sind absolut kostenfrei! Bitte meldet euch für unsere Planung bis zum 10.6.17 per Mail verbindlich an: antiratag@web.de

Getränke und Verpflegung stellen „Project Shelter“ und das „TuCa im Exil“ für euch bereit!

Kommt zahlreich, wir freuen uns über Interessierte aller Statusgruppen!

Wir, die Fachschaft 03 und das Studierendenforum Humangeographie werden im Sommersemester den Workshop „Rassistisch? Ich doch nicht!“ von glokal e. V. erneut durchführen und haben diesem ein Begleitprogramm solidarischer Bildungsträger_innen zur Seite gestellt.

Neben glokal e. V. werden auch die Bildungsstätte Anne Frank, das Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC) sowie die Antifaschistische Bildungsinitiative verschiedene Workshops parallel durchführen.

Programm

10:00 Uhr: Begrüßung, PEG 1G.191
Onur Nobrega, Institut für Soziologie
Katharina Hoppe, Institut für Soziologie
Harpreet Cholia, Vorsitzende der hessischen Flüchtlingsrates
Tahir Della – glokal e.V., ISD

11:00 Uhr bis 13:00 Uhr: Workshopphase
„RELOAD: rassistisch? Ich doch nicht!“ – glokal e.V.
„Einführung in die neue Rechte“ – Netzwerk für Demokratie und Courage
„Hinter der Fassade: Fortbildung zu Diskriminierung, Neonazismus und Handlungsmöglichkeiten – Netzwerk für Demokratie und Courage
„Neue Rechte und Antisemitismus“ – Bildungsstätte Anne Frank
„Argumentationstraining gegen Rechts – Antifaschistische Bildungsinitiative

13: 00 Uhr bis 14:00 Uhr: Mittagspause

14:00 Uhr bis 17:00 Uhr: Fortsetzung Workshopphase

17: 00 Uhr: Gemeinsamer Abschluss und Tagesreflektion


Workshops

„RELOAD: Rassistisch? Ich doch nicht!“ – glokal e.V., PEG 1G.191

In vielen Medien taucht mittlerweile der Begriff Rassismus auf. Doch was versteht man darunter eigentlich genau? Was hat er vielleicht mit mir zu tun? Und inwiefern begegnet mir das Thema im Hochschulkontext? Über einen persönlichen Zugang zu dem Thema ist es möglich, sich der eigenen Prägung in Bezug auf Rassismus bewusst zu werden. Welche Bilder von „den Anderen“ habe ich erlernt und wie prägen sie mein Handeln heute? Welche Privilegien entstehen dadurch, dass ich als Weiß wahrgenommen werde bzw. wo habe ich Erfahrungen mit rassistischen Situationen gemacht?  Ausgehend von diesen persönlichen Erfahrungen möchten wir Rassismus als gesellschaftliche Struktur analysieren, die auch nicht vor der Hochschule haltmacht. Außerdem soll es in dem Workshop darum gehen, Ideen zu entwickeln, wie ihr damit umgehen könnt, wenn ihr euch in rassistischen Situationen innerhalb oder auch außerhalb der Hochschule wiederfindet.

Die Veranstaltung richtet sich primär an Weiß positionierte Personen, also an Personen, die selbst keine negativen Rassismuserfahrungen machen müssen.


„Einführung in die neue Rechte“ – Netzwerk für Demokratie und Courage, PEG 1G.161

Lange Zeit bestimmte das Bild des glatzköpfigen, springerstiefel-tragenden Neonazis die mediale Berichterstattung über neonazistische Strukturen. Die „klassischen“ rechten Organisationsformen wie NPD und freie Kameradschaften allerdings verlieren in der Szene zunehmend an Bedeutung. Mit dem Aufkommen neuer Gruppen und Bündnissen wie AfD, Identitäre Bewegung oder dem Institut für Staatspolitik verändert sich auch die ideologische Ausrichtung der politischen Rechten. So betonen Akteure der neuen Rechten auf den ersten Blick basisdemokratische Prinzipien. Der sogenannten „Rassenideologie“ des Nationalsozialismus wird ein ethno-pluralistisches Konzept gegenübergestellt, das von homogenen kulturellen Verbünden ausgeht.
Mit der „Jungen Freiheit“ existiert ein neu-rechtes Presseorgan, dessen Reichweite bis weit in bürgerlich-konservative Kreise reicht.

Dieser Workshop will eine Einführung in die Organisationen, Gruppen, Ziele und Strategien der sogenannten „neuen Rechten“ geben und richtet sich explizit an Personen mit wenig Erfahrung in diesem Themenfeld.


Hinter der Fassade: Fortbildung zu Diskriminierung, Neonazismus und Handlungsmöglichkeiten – Netzwerk für Demokratie und Courage, PEG 1G.165

Unsere Projekttage für Schüler_innen und Jugendgruppen entfalten eine nachhaltige Wirkung besonders dann, wenn auch Lehrer_innen und Sozialpädagog_innen klar auf menschenverachtende und diskriminierende Äußerungen reagieren. Um diese Zielgruppe sowie weitere Multiplikator_innen für ihre Verantwortung zu sensibilisieren und in ihrer Kompetenz zu diesem Thema inhaltlich und methodisch zu stärken, hat das NDC dieses Fortbildungsangebot entwickelt.
Zu Beginn des Workshops wird der Blick auf die Verbreitung diskriminierender Einstellungen und Handlungen innerhalb der Gesellschaft gerichtet. Anschließend geht es um das Verständnis der Wirkungsweisen und Folgen von Diskriminierung. Besondere Aufmerksamkeit gilt dann der Perspektive der Betroffenen, am Beispiel des NSU‐Terrors.

Wie Alltagsdiskriminierung, populistische Mobilisierungen und Neonazismus zusammenhängen, wird im nächsten Schritt erörtert. Dabei wird deutlich, aus welchem Kontext heraus Neonazis agieren. Es folgt die konkrete Auseinandersetzung mit Beispielen neonazistischer Organisationsformen, Symbolen und Codes, Musik, Themen, sowie deren Gefahren. Hier soll sowohl eine Vermittlung von Hintergrundwissen, als auch ein Austausch über eigene Erfahrungen ermöglicht werden.
Ausgehend von eigenen Erlebnissen und Fällen aus dem Arbeitskontext werden Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Handelns ausgelotet. Um Lösungsansätze für konkrete Situationen zu entwickeln, bietet die Fortbildung den Raum für kollegiale Beratung oder fragengestützte Fallbearbeitung.
Abschließend werden Tipps zum Handeln gegen Diskriminierung und Neonazismus sowie weitere Fortbildungs ‐ und Unterstützungsangebote vorgestellt.


„Neue Rechte und Antisemitismus“ – Bildungsstätte Anne Frank, PEG 1G.168

Vertreter*innen der neuen Rechten betonen häufig eine Nähe zu Israel sowie die Bedeutung der „christlich-jüdischen Kultur“. Inwieweit dies eine ernstzunehmende politische Agenda oder nur Taktik ist um Jüd_innen im Antiislamismus zu vereinnahmen, soll Gegenstand dieses Workshops sein.

Im Gegenzug zu diesem scheinbaren Engagement gegen Antisemitismus steht die diffuse Eliten-Kritik der neuen Rechten, die mit ihrer Kritik an Bildberger, FED und obskuren dunklen Mächten antisemitischen Argumentationsmuster folgt und teilweise Jüd_innen direkt, wie im Fall des baden-württembergischen AfD-Abgeordneten Wolfgang Gedeon, als „Feinbilder“ klassifiziert.


Argumentationstraining – Antifaschistische Bildungsinitiative, PEG 1G.192

Ziel des Trainings ist der Erwerb von Argumentations- und Handlungskompetenzen in der Auseinandersetzung mit menschenverachtenden Einstellungen. Trainiert wird die Fähigkeit, diese Einstellungen zu erkennen und argumentativ zu widerlegen.


Hintergrund

Im letzten Semester wurde ein Workshop von glokal, einem Verein für Bildungsarbeit aus Berlin, mit dem Titel „Rassistisch – ich doch nicht!?“ an der Goethe-Universität durchgeführt. Dort nahm ein Mitglied der Jungen Alternative teil, das sich provokativ in den Workshopverlauf einmischte. Im Anschluss veröffentlichte diese Person ein diffamierendes Video über den Workshop und die durchführenden Personen, das seinen Effekt leider nicht verfehlte: Die Universität distanzierte sich daraufhin von dem Workshop, eine weitere Zusammenarbeit mit glokal e. V. wurde ausgeschlossen. Auf der Website von glokal wurde daraufhin eine Stellungnahme veröffentlicht, die die Vorkommnisse genauer beschreibt:

http://www.glokal.org/stellungnahme-von-glokal-e-v-zu-den-vorkommnissen-an-der-universitaet-frankfurt/

Wir sehen es auch als unsere Aufgabe, den politischen Raum der Hochschule aktiv mit Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu füllen, die den stärker werdenden rassistischen Tendenzen entgegen wirkt.

So wollen wir konkrete Handlungs- und Argumentationsmöglichkeiten aufzeigen und ein breiteres Bewusstsein für rassistische Strukturen schaffen.