Von der Radfahrermentalität zur Gaskammer: „Studien zum autoritären Charakter“

Entstehungsgeschichte, Durchführung und Ergebnisse

Anhand der „Studien zum autoritären Charakter“ von Theodor W. Adorno et al., die erstmals 1950 im Rahmen eines an der University of Berkeley durchgeführten Forschungsvorhabens veröffentlicht wurden, wird sich das Tutorium mit den sozialen und psychischen Bedingungen beschäftigen, die Individuen anfällig für faschistische Ideologie machen.
Zunächst soll ein Blick in die früheren theoretischen Konzepte geworfen werden, die sich mit dem Faschismus aus sozialpsychologischer Sicht auseinandersetzten, so beispielsweise Wilhelm Reichs „Massenpsychologie des Faschismus“ und die „Studien über Autorität und Familie“. Bei der Arbeit an der Studie selbst wird sowohl die F-Skala als auch die Typologie ausführlich behandelt werden, ein weiterer Fokus liegt auf der Befassung mit dem Kapitel zum Antisemitismus. Wir werden diskutieren, welche Erkenntnisse über Denkmuster und Handlungsweisen uns die Analyse des Ressentiments und der Charakterstruktur auch heute noch liefert.
Falls es möglich sein wird, soll das Tutorium mit dem Ziel der Aktualisierung der Studie, also dem Entwurf eines Fragebogens und der Durchführung einer eigenen kleinen Studie, im folgenden Semester fortgesetzt werden. Dieser Idee geht die Überlegung voraus, dass der potentiell faschistische Charakter unter dem Deckmantel von Pseudokritik und falschem Friedenswillen fortlebt. Seine Solidarität mit den Leidenden bleibt eine idiosynkratische – seine vermeintliche Liebe zum Anderen entspringt dem Hass gegen sich selbst.

Kontakt: Larissa, Larissa.smurago(at)web.de
Termin: Donnerstags, 18 Uhr in SH 2.107 (Seminarhaus)

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