Zur Politischen Theorie Bertolt Brechts

„Dostojewski ging es um Psychologie; er brachte das Stück Verbrecher, das im Menschen steckt, zum Vorschein. Brecht geht es um Politik; er bringt das Stück Verbrechen, das im Geschäft steckt, zum Vorschein.“ (Walter Benjamin zit. nach Bertolt Brechts Dreigroschenbuch, S.192)

Anstatt trockene, unverständliche und oft langweilige Wissenschaftsprosa zu lesen, sollen in diesem Tutorium (vornehmlich) Theaterstücke gelesen werden, konkret die Stücke von Bertolt Brecht. Dieser schrieb seine Stücke explizit mit politischen Zielen, was uns dazu anregen soll, uns u.a. folgenden Fragen zu stellen: Ist die Brechtsche Sicht auf die Welt noch zeitgemäß, wo lassen sich Anknüpfungspunkte finden, wo ist die Welt eine andere geworden? Lässt sich mit den von Brecht exponierten Analysen und Handlungsoptionen noch etwas anfangen oder sind sie zu verwerfen? Wie würden die Charaktere heute handeln? Wovon würden die Stücke heute handeln? Es soll also darum gehen, die politische Theorie in und hinter dem Werk von Brecht zu erkunden, auszudrücken und vor allem zu diskutieren und zu bewerten um daraus eine Perspektive auf die gegenwärtige Realität und mögliche Praxen in dieser zu gewinnen.
Was wir genau lesen, bestimmt Ihr, genauso, ob wir vielleicht mal ins Theater gehen oder gemeinsam eine Verfilmung schauen. Fest steht nur, dass wir uns, was die Texte angeht, auf die Prosa, Lyrik und Dramatik Brechts beschränken wollen, und versuchen werden diese immanent zu verstehen. Vorkenntnisse in Germanistik oder dem Werk Brechts sind nicht notwendig, ebenso wenig die formale Zugehörigkeit zu den Sozial- oder Geisteswissenschaften.
Kontakt: Marius, s8669477(at)stud.uni-frankfurt.de
Erstes Treffen: Mittwoch, 22.10.2014, 18.00 Uhr im Café Aufhebung (Fachschaftenraum, PEG 1.207)